Informationsseite zum geplanten EntlastungsbudgetStand: Kabinettsentwurf · beschlossen am 30.09.2026
Pflegereform 2027 · Kabinettsentwurf vom 30.09.2026

Entlastungsbudget 2027: Das Kabinett hat den neuen Pflege-Rahmen beschlossen

Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Regierungsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) beschlossen. Das Pflegegeld bleibt bestehen, wird aber künftig in einen höheren finanziellen Rahmen – das Entlastungsbudget – eingebettet. Der Entwurf ist noch kein geltendes Gesetz.

Aktueller Stand seit 30.09.2026

Der Kabinettsentwurf ist beschlossen. Gegenüber dem früheren Referentenentwurf wurden unter anderem die Beträge des Entlastungsbudgets angepasst. Pflegegeld bleibt als Begriff und Leistung bestehen; vorgesehen sind 380 € (PG 2), 630 € (PG 3), 890 € (PG 4) und 1.080 € (PG 5) monatlich. Zusätzlich sieht der Entwurf ein Sozialraumbudget von bis zu 175 € monatlich für Pflegegrade 2–5 bzw. bis zu 300 € für unter 25-Jährige vor.

Was ist das neue Entlastungsbudget?

Der Kabinettsentwurf fasst das bisherige Pflegegeld in § 37 SGB XI neu: Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 sollen Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets beantragen können, wenn sie anstelle der häuslichen Pflegehilfe ihre Versorgung selbst sicherstellen.

Der finanzielle Rahmen wird gegenüber dem bisherigen Pflegegeld erhöht. Er kann zur selbst organisierten Sicherstellung körperbezogener Pflegemaßnahmen, pflegerischer Betreuungsmaßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung eingesetzt werden. Nach der Begründung sollen darin auch Mittel aufgehen, die bisher unter anderem für Ersatzpflege und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel vorgesehen waren.

Wichtiger Gesetzesstand

Das Bundeskabinett hat den PNOG-Regierungsentwurf am 30.09.2026 beschlossen. Damit beginnt das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren. Die vorgeschlagenen Änderungen gelten noch nicht und können sich durch Bundestag und Bundesrat noch ändern.

Hilfedienst Aktion

Jetzt Versorgung und Entlastung frühzeitig planen

Wenn aus Pflegegeld künftig das Entlastungsbudget wird, sollten Angehörige und Pflegebedürftige frühzeitig klären, welche Unterstützung regelmäßig gebraucht wird und wie diese sicher organisiert werden kann.

  • Alltagsbegleitung und Betreuung zu Hause
  • Hauswirtschaftliche Unterstützung
  • Begleitung zu Einkauf, Arzt und Behörden
  • Entlastung pflegender Angehöriger in Bayern und Rheinland-Pfalz

Hinweis: Beratung und Leistungen sind abhängig von regional verfügbaren Kapazitäten.

Wichtig: Das Pflegegeld bleibt – aber innerhalb eines neuen Budgetrahmens

Der Kabinettsentwurf sieht ausdrücklich weiterhin Pflegegeld vor. Neu ist: Es wird in § 37 als Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets geregelt. Das Entlastungsbudget ist damit der finanzielle Rahmen – nicht einfach nur ein neuer Name für das Pflegegeld.

Gleichzeitig werden weitere Leistungen neu geordnet: Die bisherige Verhinderungspflege ist im Entwurf keine eigenständige Leistung mehr. Für Ersatzpflege stehen künftig insbesondere das Sachleistungsbudget, das Pflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets sowie in Akut- und Überbrückungssituationen das neue Überbrückungsbudget zur Verfügung.

Bleibt erhalten

Pflegegeld

Die monatliche Geldleistung bleibt im Kabinettsentwurf ausdrücklich als Pflegegeld bestehen.

Neu ab 2027 geplant

Entlastungsbudget

Das Entlastungsbudget bildet nach dem Kabinettsentwurf den finanziellen Rahmen des Pflegegeldes nach § 37 SGB XI.

Geplante monatliche Beträge des Entlastungsbudgets

Nach aktuellem Entwurf für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5.

PflegegradGeplantes Entlastungsbudget pro MonatEinordnung
Pflegegrad 1Kein Entlastungsbudget nach § 37 vorgesehenEigene Beratungs- und Präventionslogik im Entwurf
Pflegegrad 2380 EuroPflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets
Pflegegrad 3630 EuroPflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets
Pflegegrad 4890 EuroPflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets
Pflegegrad 51.080 EuroPflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets

Kombination mit Sachleistungsbudget

Wer das Sachleistungsbudget nur teilweise nutzt, soll weiterhin eine Kombinationsleistung erhalten können. Dabei wird das Pflegegeld anteilig im Verhältnis zur Nutzung der Sachleistungen berechnet.

Der Kabinettsentwurf ordnet Geld- und Sachleistungen neu in Budgets ein und überführt auch Teile der bisherigen Verhinderungspflege in diese Systematik.

Beratung und Pflegebegleitung

Für Pflegegeldbeziehende der Pflegegrade 2 bis 5 bleibt eine regelmäßige Beratung in der eigenen Häuslichkeit vorgesehen. Ab 2029 soll zusätzlich die neue Pflegebegleitung vollständig greifen.

Bis Ende 2028 gelten Übergangsregelungen für Beratungsbesuche; für Pflegegrade 1 bis 3 sind zu Beginn der Pflegebedürftigkeit zusätzliche Beratungen vorgesehen.

Für Angehörige

Der neue Begriff kann zunächst verunsichern. Entscheidend ist, ob die Versorgung weiterhin zuverlässig organisiert und nachweisbar sichergestellt wird.

Für Pflegebedürftige

Das Budget soll mehr Eigenorganisation ermöglichen. Gleichzeitig können neue Pflichten, Beratungen und Kürzungsrisiken relevant werden.

Für Anbieter

Professionelle Unterstützung im Alltag kann wichtiger werden, wenn regelmäßige Betreuung, Haushaltsführung und Begleitung abgesichert erfolgen sollen.

Unterstützung im Alltag: Hilfedienst berät unverbindlich

Der Hilfedienst unterstützt in Bayern und Rheinland-Pfalz bei Alltagsbegleitung, Betreuung zu Hause, Einkäufen, Arzt- und Behördengängen sowie hauswirtschaftlicher Unterstützung durch qualifizierte Mitarbeitende. Kapazitäten sind begrenzt.

Häufige Fragen zum Entlastungsbudget

Gibt es das Pflegegeld künftig noch?

Ja. Im Kabinettsentwurf bleibt Pflegegeld ausdrücklich erhalten. Neu ist, dass § 37 Pflegegeld „im Umfang eines Entlastungsbudgets“ vorsieht.

Ist das Entlastungsbudget schon beschlossen?

Der Regierungsentwurf wurde am 30.09.2026 vom Bundeskabinett beschlossen. Gesetz ist er damit noch nicht; das parlamentarische Verfahren steht noch aus.

Wer kann das Entlastungsbudget beantragen?

Geplant ist Pflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5, die anstelle der häuslichen Pflegehilfe ihre Versorgung selbst sicherstellen.

Was passiert bei Nutzung eines Pflegedienstes?

Bei teilweiser Nutzung des Sachleistungsbudgets bleibt eine Kombinationsleistung vorgesehen; das Pflegegeld wird entsprechend anteilig berechnet.

Quellen und Hinweise

  • Regierungsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG), vom Bundeskabinett beschlossen am 30.09.2026.
  • Geplante Neufassung § 37 SGB XI: Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets.
  • Diese Seite ist eine allgemeinverständliche Zusammenfassung und keine Rechtsberatung.
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